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29. Dezember 2019

Innovationsfondsprojekt OPTINOFA ausgezeichnet

Deutsche Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA würdigt Vorhaben zur Entwicklung eines intelligenten Assistenzdienstes zur strukturierten Ersteinschätzung von Behandlungsdringlichkeit und Versorgungsstufe in der Notaufnahme.

(umg) Das Innovationsfondsprojekt OPTINOFA unter Verbundkoordination von Prof. Dr. Sabine Blaschke, Leiterin der Interdisziplinären Notaufnahme (INA) an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist ausgezeichnet worden von der Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA). Die Fachgesellschaft prämierte die Präsentation des Projekts auf ihrer 14. Jahrestagung mit dem Posterpreis 2019.

Mit dem Preis würdigt die DGINA die Forschungsarbeiten des Projekts für eine klare und differenzierte Steuerung von Notfallpatienten*innen in die verschiedenen Sektoren (ambulant versus stationär) der Notfallversorgung. Ziel des Vorhabens ist es, Überfüllung, lange Wartezeiten und Qualitätsrisiken in Notaufnahmen zu minimieren und damit der aktuellen Versorgungssituation in den Notaufnahmen von Kliniken entgegenzuwirken. Das Projekt nimmt sich aktuellen Forderungen der führenden deutschen Fachgesellschaften für Notfallmedizin sowie der Gesundheitspolitik nach einer „bedarfsgerechten Steuerung“ in der Notfallversorgung an.

©Helge Schubert

Die OPTINOFA-Verbundkoordinatorin Prof. Dr. Sabine Blaschke nahm stellvertretend für das Projektteam die Auszeichnung in einer Feierstunde anlässlich der 14. Jahrestagung der DGINA vom 14. bis 16. November 2019 in Bremen entgegen. Der Preis ist mit 400 Euro dotiert.

 

Das Projekt OPTINOFA

Das Verbundprojekt zur „Optimierung der Notfallversorgung durch strukturierte Ersteinschätzung mittels intelligenter Assistenzdienste“ (OPTINOFA) ist am 1. Juni 2018 gestartet. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, einen intelligenten Assistenzdienst zu entwickeln, mit dem eine gezielte Steuerung von Notfallpatienten zu einer ambulanten, hausärztlichen oder stationären, innerklinischen Notfallversorgung in der Notaufnahme unterstützt werden kann. Das Projekt hat eine Laufzeit von dreieinhalb Jahren und wird mit insgesamt rund 4,3 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) gefördert.

In der ersten Phase des Projekts wurde zunächst eine detaillierte Ist-Analyse der aktuellen Versorgungssituation in den Notaufnahmen von beteiligten Modellkliniken durchgeführt. Auf der Grundlage des DIVI-Notaufnahmeprotokolls und unter Einbeziehung der zuständigen Fachgesellschaften sowie der Kassenärztlichen Vereinigungen werden derzeit Algorithmen für eine strukturierte Ersteinschätzung von Notfallpatient*innen erarbeitet. Für die zwanzig häufigsten Leitsymptome/-diagnosen in Notaufnahmen wird dabei die Einschätzung von Behandlungsdringlichkeit und Notfallversorgungsstufe in einzelne Schritte strukturiert. Zu intelligenten Assistenzdiensten weiterentwickelt, können dann diese Inhalte webbasiert über mobile Endgeräte (Tablets) auf einer technologischen Plattform zur Verfügung gestellt werden.

Im Rahmen einer multizentrischen Studie wird die neue Versorgungsform zunächst in den beteiligten Modellkliniken und den angeschlossenen kassenärztlichen Bereitschaftsdienstpraxen erprobt und wissenschaftlich überprüft. In der letzten Projektphase erfolgt die quantitative und qualitative Analyse aller erhobenen Daten, um die neue Versorgungsform insgesamt wissenschaftlich zu beurteilen. Zusammen mit den assoziierten Verbundpartnern soll in einem letzten Schritt ein Konzept für die bundesweite Implementierung des Modells für die strukturierte Ersteinschätzung von Notfallpatient*innen entwickelt werden. Es wird erwartet, dass durch die Einführung der neuen Versorgungsform die notfallmedizinischen Prozessabläufe beschleunigt, die Qualität der Notfallbehandlung verbessert und langfristig die Kosten der Notfallbehandlung im Gesundheitswesen reduziert werden können.

Weitere Informationen zum Projekt: www.optinofa.de.

WEITERE INFORMATIONEN
Universitätsmedizin Göttingen, Georg-August-Universität
Interdisziplinäre Notaufnahme
Ärztliche Leitung
Prof. Dr. Sabine Blaschke
Telefon 0551 / 39-8910, sblasch@gwdg.de

Fotografie: Preisverleihung DGINA ©Helge Schubert


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